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Tägliche Routine: Kaffee, Mails, drei verätzte Hände.

Mehr als 1.000 mal jährlich – Säureverletzungen an den Händen 

Jedes Jahr passieren in Deutschland zwischen 750 und 1.500 Handverletzungen durch Säuren am Arbeitsplatz. Das entspricht ca. drei Fällen pro Tag. Besonders betroffen sind die chemische Industrie, Metallverarbeitung und Reinigungsbranche, wo aggressive Substanzen unvermeidlich sind.

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es 2023 22.805 Arbeitsunfälle in der BG Rohstoffe und chemische Industrie. Chemische Verletzungen machen etwa 5-10 % der Fälle aus, also 1.140 - 2.280 Unfälle durch Chemikalien. Da Hände statistisch 30 % aller Arbeitsunfälle betreffen, ergibt sich eine Schätzung von 750 bis 1.500 Handverletzungen durch Chemikalien pro Jahr – eine gefährliche Zahl, wenn man bedenkt, dass viele dieser Unfälle durch die richtigen Schutzhandschuhe verhindert werden könnten.

Chemikalienschutzhandschuhe: Die erste Verteidigungslinie gegen Verätzungen

Ob in der Industrie, im Labor oder in der professionellen Reinigung – wenn du mit aggressiven Substanzen arbeitest, sind Schutzhandschuhe kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Das Problem: Nicht jeder Handschuh schützt gegen jede Chemikalie. Wer glaubt, dass ein einfacher Gummihandschuh aus dem Supermarkt ausreicht, riskiert ernsthafte Verletzungen.

Ein Experiment gefällig? Leg einen normalen Haushaltshandschuh für 30 Sekunden in Salzsäure. Spoiler: Er wird sich schneller auflösen als dein Vertrauen in billige Schutzkleidung.

Materialkunde: Welcher Handschuh schützt wirklich?

Damit deine Hände sicher bleiben, brauchst du das richtige Material für deine Schutzhandschuhe:

Butyl

  • Plus: Hohe Beständigkeit gegen verdünnte bis konzentrierte Säuren und Laugen, organische Säuren, gesättigte Salzlösungen, Alkohole, Glykole, Glycerin, Weichmacher, Ester, Ketone, Aldehyde, Aceton 
  • Minus: Keine Beständigkeit gegen aromatische, aliphatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe

Latex:

  • Plus: Gute Beständigkeit gegen wasserbasierte Chemikalien, isolierend, starke Elastizität = hohe Beständigkeit gegenüber mechanischen Risiken; gutes Tastempfinden und hohe Fingerbeweglichkeit 
  • Minus: Sensibilisierungsrisiko / Latexallergie; geringe Chemikalienbeständigkeit gegenüber Ölen und Fetten

Neopren: 

  • Plus: Exzellente chemische Beständigkeit gegen verdünnte und halbkonzentrierte Säuren und Laugen, gesättigte Salzlösungen, Glykole, Glycerin, Weichmacher, pflanzliche und tierische Fette und Öle; flexibler als Nitril 
  • Minus: Nicht empfohlen als Schutz gegen aliphatische, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Ester, Ketone, Ammoniak

Nitril: 

  • Plus: Sehr gute chemische Beständigkeit gegen verdünnte und halbkonzentrierte Säuren und Laugen, gesättigte Salzlösungen, Glykole, Glycerin, Weichmacher, pflanzliche und tierische Fette und Öle, aliphatische und alicyclische Kohlenwasserstoffe, langkettige Alkohole; hervorragende Durchstich- und Abriebfestigkeit; geringes Allergierisiko; gutes Tastempfinden, Fingerbeweglichkeit und Griffsicherheit 
  • Minus: Nicht beständig gegen aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Ester und Ketone; geringere Fingerbeweglichkeit als Latex; keine Griffsicherheit bei Kontakt mit Wasser, da eine seifige Substanz entstehen kann

Polyvinylchlorid (PVC): 

  • Plus: Sehr guter Chemikalienschutz vor Säuren, Laugen und Alkoholen, gute Abriebfestigkeit; proteinfrei – niedriges Allergierisiko 
  • Minus: Nicht geeignet für Ketone oder organische Lösungsmittel; geringe Durchstich- und Schnittfestigkeit; enthält Weichmacher

Ja, es gibt auch gefütterte Chemikalienschutzhandschuhe – für Eiswürfel, die plötzlich Rauch entwickeln.

Sicherheit beginnt vor dem Anziehen – Die wichtigsten Regeln

Ein Schutzhandschuh ist nur so gut, wie seine richtige Anwendung. Damit du keine böse Überraschung erlebst, solltest du immer folgende Punkte beachten:

  1. Sicherheitsdatenblatt der Chemikalie checken: Dort steht, welches Material gegen deine Chemikalie beständig ist. 
  2. Dichtheit prüfen: Vor dem Einsatz Handschuhe auf Risse oder poröse Stellen kontrollieren. 
  3. Tragezeit beachten: Chemikalien können Handschuhe langsam durchdringen – regelmäßig wechseln! 
  4. Passform wählen: Zu enge Handschuhe reißen schneller, zu große erschweren die Arbeit.

Damit du auch in Zukunft noch “Thumbs up” machen kannst.

Übrigens: Chemikalienschutzhandschuhe sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Sie regelmäßig zu erneuern ist nicht “völlig übertrieben“, oder benutzt du auch Sonnencreme mit Ablaufdatum 1985?

Fazit: Schutz beginnt bei der richtigen Wahl

Jedes Jahr erleiden hunderte Fachkräfte schwere Säureverletzungen an den Händen, weil die falschen Handschuhe getragen oder Sicherheitsmaßnahmen ignoriert werden. Dabei ist der Schutz denkbar einfach: Das richtige Material, die passende Größe und eine regelmäßige Kontrolle der Handschuhe können Leben retten.

Also: Bevor du das nächste Mal mit gefährlichen Stoffen arbeitest – schau auf deine Hände! Und falls du unsicher bist, welcher Handschuh für deinen Job der richtige ist – Fitzner hilft dir, die beste Wahl zu treffen!

Bleib sicher, schütz’ deine Hände! Auch im ätzendsten Job.