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ESD-Handschuhe als sinnvolle Maßnahme gegen elektrostatische Entladung

Warum Sie Ihre Elektronik mit ESD-Handschuhen schützen sollten

Aufgrund von Reibung und Bewegungen lädt sich jeder Mensch statisch auf. Mehrfach am Tag kommt es zur elektrostatischen Entladung, jedoch ist diese für den Menschen meist gar nicht wahrnehmbar und ohne Folgen. Anders verhält es sich beim Kontakt mit leitenden Gegenständen. Trifft die elektrostatische Ladung auf empfindliche elektronische Bauteile, können diese beschädigt oder gar vollständig zerstört werden.

Um mikroelektronische Bauteile oder Elemente zu schützen, hilft das Tragen von ESD-Handschuhen. Die Ladung kann dank der Handschuhe kontinuierlich bei jeder Berührung mit einer geerdeten Oberfläche abgegeben werden.

Was bedeutet ESD?

Die Abkürzung ESD steht für electrostatic discharge (dt.: „elektrostatische Entladung“). Voraussetzung für eine elektrostatische Entladung sind zwei Objekte mit einem unterschiedlichen Potential. Die Potentialdifferenz entsteht beispielsweise durch Reibungselektrizität (z.B. Gehen auf einem Teppichboden).

Ist antistatisch gleich ESD?

Die Begriffe „ESD“ und „antistatisch“ tauchen zwar häufig im selben Kontext auf, sind jedoch keinesfalls gleichzusetzen.

Elektrostatische Entladung ist anders als Antistatik keine Gefahr für den Menschen, sondern schädlich für sensible, elektronische Bauteile. ESD-Schutz kommt überall dort zum Einsatz, wo Schäden an Werkstücken oder Geräten durch kontrollierte Ableitung von Ladung verhindert werden sollen.

Antistatische Schutzausrüstung (z.B. antistatische Sicherheitsschuhe) sorgt hingegen dafür, dass Mitarbeiter:innen vor elektrischer Aufladung geschützt werden bzw. eine Ableitung der Ladung sichergestellt wird, z.B. bei Risiko eines elektrischen Schlags durch spannungsführende Teile.

Schneller Potentialausgleich: So entsteht ESD

Nähern sich zwei Objekte mit unterschiedlichen Potentialen bis auf wenige Millimeter, geschieht ein schlagartiger Potentialausgleich. Es kommt zu einem plötzlichen und schnellen Ladungsübergang von einem Objekt auf das andere.

Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Aufladung: - Unter 20% Luftfeuchtigkeit kann die Aufladung bis zu 35.000 Volt betragen. - Bei 65% Luftfeuchtigkeit ist die Aufladung oft unter 1.500 Volt.

Warum Sie Ihre Elektronik vor ESD schützen sollten

Elektronische Bauteile sind besonders empfindlich gegenüber elektrostatischer Entladung. Bereits kleinste Spannungen können Schäden verursachen: - 30 Volt reichen aus, um elektronische Komponenten zu beschädigen. - 100 Volt reichen aus, um magnetische Speichermedien zu löschen. Besonders sensibel sind Bauteile wie Mikrochips oder Leseköpfe von Festplatten – hier genügen 5 Volt für Schäden.

Neben Reparaturkosten und Ersatzansprüchen kann beschädigte Ware auch zu einem Imageschaden führen. Statistiken zeigen, dass ESD-Schäden bei etwa 25% aller als defekt zurückgelieferten Baukomponenten auftreten.

ESD-Handschuhe als Teil der Schutzmaßnahmen

Um ESD-Schäden vorzubeugen, sind Schutzmaßnahmen wie ESD-Handschuhe essentiell. Besonders wichtig ist der ESD-Schutz in Bereichen wie: - Computertechnik - Elektronikproduktion - Automobilelektronik - Industrielektronik - Telekommunikationstechnik

Neben elektronischen Bauteilen schützen ESD-Handschuhe auch bei Arbeiten mit brennbaren Gasen und Flüssigkeiten, wie Tankstellen oder Gasanlagen, sowie bei Staubexplosionen.

Kennzeichnung von ESD-Handschuhen

Momentan gibt es keine offizielle ESD-Norm für Handschuhe. Allerdings definiert die Norm DIN EN 16350 Prüfbedingungen und Anforderungen an Schutzhandschuhe gegen elektrostatische Risiken. Handschuhe, die diese Norm erfüllen, können bedenkenlos in ESD-Bereichen eingesetzt werden.

Die Normen DIN EN 16350 und DIN EN 61340-5-1 im Überblick

Norm ESD-Schutzausrüstung Schutzhandschuhe
DIN EN 61340-5-1
Elektrostatik Teil 5-1: Schutz von elektronischen Bauelementen gegen elektrostatische Phänomene
Produktschutz Arbeitsschutz
DIN EN 16350
Schutzhandschuhe – Elektrostatische Eigenschaften
Durchgangswiderstand abhängig von der Ausrüstung
(z. B. Oberflächenwiderstand bei Kleidung, Durchgangswiderstand bei Schuhen)
Durchgangswiderstand
Grenzwert - Kleidung: R < 1,0 x 10⁹ Ω
- Schuhe: 7,5 x 10⁵ Ω < R < 3,5 x 10⁷ Ω
R < 1,0 x 10⁸ Ω
Kennzeichnung Kennzeichnung mit ESD-Piktogramm
ESD-Piktogramm
Kennzeichnung mit Piktogramm EN 16350
EN 16350-Piktogramm

ESD-Handschuhe und weitere Schutzmaßnahmen am ESD-Arbeitsplatz

Wichtig ist, dass zusätzlich zum ESD-Handschutz auch die Kleidung, Schuhe sowie das Umfeld der Mitarbeiter:innen ESD-geschützt ausgestattet werden. Nur so kann eine niederohmige leitende Verbindung zwischen dem Bauteil, dem Handschuh, der Haut, der Kleidung und den Schuhen bestehen und eine plötzliche Entladung verhindert werden. Zusätzliche Maßnahmen sind beispielsweise:

  • ESD-Bekleidung
  • ESD-gerechtes Werkzeug
  • Ionisatoren
  • Schutzverpackungen
  • Ableitende Fußbodenbeläge
  • Ableitendes Schuhwerk
  • Ableitende Arbeitsoberflächen und Einrichtungsgegenstände
  • Handgelenksband

Außerdem sollten regelmäßige jährliche Schulungen der Mitarbeiter:innen erfolgen, um ein Bewusstsein für die Gefahren durch elektrostatische Entladungen zu schaffen. Dabei sollten auch Kolleg:innen aus Nachbarabteilungen (z.B. Logistik oder Arbeitsvorbereitung) einbezogen werden.

Des Weiteren empfiehlt sich eine regelmäßige messtechnische Überprüfung der ESD-Kontrollelemente (mindestens alle 12 Monate), um deren einwandfreie Funktion zu gewährleisten.

Schutz vor elektrostatischer Entladung - Jetzt beraten lassen!

Sie suchen den passenden ESD-Schutzhandschuh für Ihr Einsatzgebiet oder haben Fragen zum Thema ESD-Schutz? Wir beraten Sie gerne! Schreiben Sie uns einfach per Mail an [email protected] oder rufen Sie uns an unter 05742 93030.