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Über 3.000 Handverletzungen beim Schweißen – es gibt noch viel zu tun.

Allein im gewerblichen Bereich kommt es laut DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) jedes Jahr zu mehr als 10.000 meldepflichtigen Unfällen beim Schweißen und verwandten Tätigkeiten. Und dabei wird ein Körperteil besonders oft getroffen: die Hände.

👉 Fast jeder dritte Schweißunfall betrifft die Hand oder den Unterarm. 

👉 In der Metallverarbeitung machen Handverletzungen über 35 % aller meldepflichtigen Verletzungen aus. 

👉 Besonders häufig: Verbrennungen, Quetschungen und Stromverletzungen.

Viele kleinere Vorfälle, z. B. durch Funkenflug oder heiße Schlacke, werden oft gar nicht gemeldet. Die Dunkelziffer ist hoch – die Zahl der Narben ebenso.

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Handschuh sind viele dieser Verletzungen vermeidbar. Die schlechte: Viele Schweißer tragen entweder die falschen oder gar keine.

Hände im Feuer – Unfallstatistik trifft Arbeitsalltag

Schweißarbeitsplätze sind Hochrisikozonen für die Hände. Kein Wunder – sie sind das Hauptwerkzeug beim Halten, Führen, Positionieren und Bedienen. Und sie sind der Hitze am nächsten.

Je nach Verfahren entstehen beim Schweißen Temperaturen von bis zu 3.500°C im Lichtbogen. Dazu kommen Metallspritzer, heiße Schlacke, UV-Strahlung und – nicht zu vergessen – scharfe oder kantige Werkstücke. Ein ungeschützter Griff kann da richtig gefährlich werden.

Laut einer Untersuchung der BG RCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie) trugen mehr als 50 % der Betroffenen beim Unfall ungeeignete, beschädigte Handschuhe – oder keine.

Kommentar eines BG-Sachverständigen: „Viele unterschätzen die Dauerbelastung beim Schweißen. Gerade beim MIG/MAG-Verfahren sind die Hände permanent in der Gefahrenzone – da reicht ein einziger Funke.“

MIG/MAG – wenn’s kracht, muss es dick sein

Das MIG/MAG-Verfahren ist wie der Heavy Metal unter den Schweißtechniken: viel Hitze, viel Power, viele Funken. Hier braucht es keine filigranen Finger – sondern massiven Schutz.

Ideal sind gefütterte Schweißerhandschuhe aus Rindspaltleder mit langen Stulpen. Sie schützen nicht nur vor Hitze und Metallspritzern, sondern auch vor ultravioletter Strahlung, die beim Lichtbogen entsteht. Kevlar-Nähte geben dem Ganzen zusätzlich Stabilität – denn wer will schon, dass sein Handschuh an der Naht aufgibt, wenn das Werkstück noch 300 Grad hat?

WIG-Schweißen – Fingerspitzengefühl in der Hitze

Das WIG-Verfahren (Wolfram-Inertgas) ist die feine Klinge unter den Schweißtechniken. Es braucht extrem ruhige Hände, Präzision – und damit natürlich auch: sehr bewegliche Handschuhe.

Daher setzt man beim WIG-Schweißen auf dünnes, weiches Nappaleder oder Ziegenleder. Die Handschuhe sind weniger stark gepolstert, dafür sitzen sie eng an und ermöglichen präzises Arbeiten – fast wie ein Maßanzug für die Hand.

Elektrode – der Klassiker mit Schlacke-Faktor

Das gute alte Elektroden-Schweißen (E-Hand) ist der Allrounder auf der Baustelle. Es funktioniert auch draußen, im Wind, bei Nässe – und ist bekannt für: viel Schlacke, viel Hitze, viel Risiko.

Hier sind robuste, mittelstarke Handschuhe aus Rindleder gefragt. Beweglichkeit ist zwar nicht ganz unwichtig, aber klar: Sicherheit geht vor. Wer mal eine glühende Elektrode aus der Nähe kennengelernt hat, weiß: besser Leder zwischen Haut und Hitze als später Salbe auf den Verband.

Fazit: Der passende Handschuh fürs passende Verfahren – und für deine Hand

Nicht jeder Schweißerhandschuh ist für jedes Verfahren gemacht. Wer mit einem MIG-Handschuh WIG schweißt, hat so viel Gefühl wie ein Boxer beim Origami. Umgekehrt endet WIG-Material im MIG-Verfahren oft mit Brandlöchern – oder Brandblasen.

Fitzner kennt die Unterschiede und hat für jedes Verfahren die passende Lösung im Sortiment. Vom gefütterten Schwergewicht bis zum feinen Fingerakrobat – alles dabei, was Hände schützt und Profis sicher arbeiten lässt.

Gute Schweißer erkennt man an ihrer Naht. Und den unversehrten Händen.