Normen und Richtlinien

Allgemeine Anforderungen - PSA-Verordnung

Die Verordnung 2016/425 (ehemals Produktrichtlinie 89/686/EWG) regelt die Beschaffenheit von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und deren Inverkehrbringung innerhalb der EU. Ergänzend legt die Richtlinie 89/659/EWG eine Risiko Analyse und Bewertung des Arbeitsplatzes durch den Arbeitsgeber fest und verpflichtet Ihn zur Bereitstellung passender PSA am Arbeitsplatz.

Je nach Arbeitsplatz sind unterschiedliche Gefahrenpotentiale gegeben. Um gerecht schützen zu können, muss PSA den situativen Anforderungen am Arbeitsplatz entsprechen. Zur Unterscheidung Ihrer Schutzgerade unterteilt die Verordnung 2016/425 das Risiko am Arbeitsplatz in drei Kategorien:

Kategorie I: PSA einfacher Ausführung - nur für minimale Risiken

  • Minimale Risiken sind gegeben, wenn bei den auszuführenden Arbeiten keine oder nur geringe oberflächliche mechanische Verletzungen möglich sind.
  • Arbeitshandschuhe einer einfachen Ausführung zum Schutz gegen minimale Risiken sind z.B. Haushaltshandschuh oder Baumwollhandschuhe. Diese Handschuhe dürfen vom Hersteller eigenständig getestet und eingestuft werden.

Kategorie II: PSA mittlerer Ausführung - nur mittlere Risiken

  • Es wird von mittleren Risiken gesprochen, wenn eine tatsächliche Gefahr einer Verletzung besteht.
  • Arbeitshandschuhe zum Schutz vor mittlere Risiken sind z.B. Montage Handschuhe - für allgemeine Arbeiten mit einer guten Abrieb-, Schnitt-, Weiterreiß- und Durchstichfestigkeit. Diese Handschuhe müssen von einer unabhängigen akkreditieren Zertifizierungsstelle ("Notified Body") geprüft und zertifiziert werden. Die akkreditierte Zertifizierungsstelle erteilt die Erlaubnis einer CE-Kennzeichnung. Name und Adresse der akkreditierten Zertifizierungsstelle muss, in der bei den Arbeitshandschuh beigefügten Bedienungsanleitung, angegeben werden.

Kategorie III: PSA komplexer Ausführung - für irreversible bzw. tödliche Risiken

  • Tödliche oder irreversible Risiken bestehen, wenn bei den ausführenden Arbeiten eine potentielle Lebensbedrohung besteht. Alle Arbeiten mit dem Umgang von kontaminierten Materialen, aggressiven chemischen Gemischen, Brandbekämpfung oder Schweißen.
  • Arbeitshandschuhe zum Schutz gegen tödliche oder irreversible Risiken sind z.B. Chemikalienschutzhandschuhe. Auch diese Arbeitshandschuhe müssen von einer unabhängigen akkreditieren Zertifizierungsstelle ("Notified Body") geprüft und zertifiziert werden. Zusätzlich wird von der unabhängigen Zertifizierungsstelle der Produktionsprozess und das Produkt auf seine Homogenität sowie auf eine einheitliche Qualität des Endproduktes überprüft und überwacht.  Jede akkreditierte Zertifizierungsstelle besitzt eine eigenständige, zuordnungsfähige ID-Nummer. Die Stelle, die die Produktion überwacht, ist neben der CE-Kennzeichnung durch Ihre ID-Nummer angegeben (in unserem Beispiel: 0321).

EN 420 Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe

  • Diese Norm legt für alle Schutzhandschuhe relevanten Prüfverfahren und die allgemeinen Anforderungen fest. Die Anforderungen beinhalten Gestaltungsgrundsätze, Konfektionierung, Materialwiderstände gegen Wasserdurchdringung, Unbedenklichkeit, Komfort, Wirksamkeit bzw. Leistungsvermögen, Herstellerkennzeichnungen sowie die vom Hersteller zu liefernden Informationen. Diese Norm kann auch für Armschützer angewandt werden.

EN 388 Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken

Diese Norm wird angewandt für alle Arten von Arbeitshandschuhen zum Schutz vor mechanischen Gefahren von Schürf-, Schnitt-, Stich und Rissverletzungen. Neben dem Piktogramm wird der Schutz vor mechanischer Gefahr in fünf bzw. sechs Leistungsstufen angegeben. Jede einzelne Leistungsstufe steht für einen spezifischen Gefahrentest und der damit erzielten Leistung. Je höher der Wert der Leistungsstufe, desto besser das Testergebnis zu dem dazugehörigen mechanischen Risiko.
Das Piktogramm für mechanische Risiken wird begleitet von sechs Leistungsstufen (a-f):

a. Abriebfestigkeit: 0-4

Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial mit Schleifpapier unter einem definiertem Druck bearbeitet bis ein Loch in dem Prüfmaterial entstanden ist. Die Einstufung erfolgt anhand der Zyklenanzahl, die für das Durchscheuern des Handschuhmaterials benötigt wird. (Höchste Leistungsstufe 4 = 8.000 Zyklen)

b. Schnittfestigkeit (0-5)

Bei der Prüfung der Schnittfestigkeit eines Arbeitshandschuhs wird ein rotierendes Kreismesser (Coupe-Test) verwendet. Das Kreismesser schneidet bei konstanter Geschwindigkeit und festgelegter Belastung durch das Handschuhmaterial. Als Bezugsgröße dient der Vergleich mit einem Referenzmaterial und ein sich daraus errechneten Index. (Höchste Leistungsstufe 5 = Index 20)

c. Weiterreißfestigkeit (0-4)

Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial zunächst eingeschnitten. Die Einstufung erfolgt anhand der Kraft, die erforderlich ist, um das Material zu zerreißen. (Höchste Leistungsstufe 4 = 75 Newton)

d. Durchstichfestigkeit (0-4)

Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial mit einem Nagel durchstoßen. Die Nagelgröße ist standardisiert und festgelegt. Die Einstufung erfolgt durch die aufgewendete Stoßkraft. (Höchste Leistungsstufe 4 = 150 Newton)

Neue Leistungsstufen nach EN 388:2016

e. ISO-Schnittfestigkeit

Bei der Prüfung der ISO-Schnittfestigkeit eines Arbeitshandschuhs wird eine spezifische Schnittprüfmaschine ( Tomodynamometer) verwendet. Die Maschine schneidet mit einer langen, geraden Klinge über den Handschuh. Basierend auf dem Kraftaufwand für den Durchschnitt wird ein Leistungswert ermittelt. (Höchste Leistungsstufe F ≥ 30 Newton)

f. EN-Stoßeinwirkungsschutz

Als Bezugsgröße gilt die gemessene Energie- und Kraftübertragung beim Fallenlassen einer Last auf den Prüfling / Handschuh. Diese Prüfung zum Schutz vor Stößen ist optional und nur für Arbeitshandschuhe mit Polsterung, die einen Aufprall dämpfen, sinnvoll.

0 1 2 3 4 5

a

Abriebfestigkeit (Zyklen)

<100 100 500 2000 8000 -

b

Schnittfestigkeit (Schneidetest/Index)

<1,2 1,2 2,5 5,0 10,0 20,0

c

Weiterreißfestigkeit (Newton)

<10 10 25 50 75 -

d

Durchstichfestigkeit (Newton)

<20 20 60 100 150 -

e

ISO-Schnittfestigkeit (Newton)

2 5 10 15 22 30

f

EN-Stoßeinwirkungsschutz

Pass (P) oder Fail (keine Kennzeichnung)

Die Leistungsstufe X kann auch angegeben werden und steht für "Nicht getestet" oder "Nicht anwendbar". Dieses kann auf alle Prüfverfahren angewendet werden.

Hinweis:

2016 wurde die EN 388 überarbeitet und unter anderem durch die Leistungsstufen der ISO-Schnittfestigkeit und der EN-Stoßeinwirkung erweitert. (Wandel von EN 388:2003 zur EN 388:2016). Alle bestehenden EN 388:2003 Zertifikate behalten Ihre Gültigkeit bis eine Rezertifizierung notwendig ist. Die Performance der Arbeitshandschuhe hat sich nicht geändert. Die richtige Wahl des geeigneten Schnittschutzhandschuh basiert weiterhin auf der Schnittschutzgefahr in der Praxis.

EN 374 Schutzhandschuhe zum Schutz vor Chemikalien und Mikroorganismen

Diese Norm definiert die Eigenschaften von Arbeitshandschuhen zum Schutz des Anwenders vor Chemikalien und/oder Mikroorganismen.
Die Norm zum Handschutz gegen chemische Risiken ist in nachstehende Bestandteile gegliedert:
  • DIN EN 374-1: Terminologie und Leistungsanforderung
  • DIN EN 374-2: Bestimmung des Widerstandes gegen Penetration nach EN 374-2:2014 (Luft-Leck- und Wasser-Leck-Prüfung)
  • DIN EN 374-3: Bestimmung des Widerstandes gegen Permeation von Chemikalien nach EN 16523-1:2015 (ersetzt Norm EN 374-3)
  • DIN EN 374-4: Bestimmung des Widerstandes gegen Degradation nach Norm EN 374-4:2013
  • DIN EN 374-5: Terminologie und Leistungsanforderungen für Risiken durch Mikroorganismen nach Norm pr EN ISO 374-5:2015

Definitionen

Penetration:

Die Penetration beschreibt das Eindringen einer Chemikalie und/oder eines Mikroorganismus durch poröse Stellen, Mikrolöcher oder andere Unvollkommenheiten im Material eines Chemikalienschutzhandschuhs.

Permeation:

Die Permeation beschreibt die Durchbruchszeit, die eine gefährliche Flüssigkeit (Chemikalie) benötigt, um das intakte Handschuhmaterial von außen nach innen vollständig zu durchdringen. Der Zeitpunkt bis zum Durchbruch der Chemikalie erfolgt durch eine Levelangabe. Jede getestete Chemikalie wird nach Ermittlung Ihrer Durchbruchszeit in die Leistungsstufen 0 bis 6 eingestuft.
DURCHBRUCHZEIT SCHUTZINDEX
>10 Minuten Stufe 1
>30 Minuten Stufe 2
>60 Minuten Stufe 3
>120 Minuten Stufe 4
>240 Minuten Stufe 5
>480 Minuten Stufe 6

Degradation:

Die Gummi- und Kunststoffbeschichtung eines Chemikalienschutzhandschuhs bildet nicht immer eine Barriere. Gelegentlich reagieren Chemikalienschutzhandschuhe mit einer Chemikalie wie Schwämme, indem sie die Flüssigkeit aufsagen und mit der Haut in Kontakt bringen. Diese schädigende Veränderung einer oder mehrerer Eigenschaften eines Arbeitshandschuhs durch den Kontakt mit einer Chemikalie wird als Degradation bezeichnet. Eine Degradation ist durch eine Abblätterung, Anschwellung, Auslösung, Brüchigkeit, Verfärbung, Verhärtung oder Aufweichung des Handschuhmaterials gegeben.

Anforderungen

Anforderungen an Chemikalienschutzhandschuhe

Penetration:

Ein Arbeitshandschuh darf bei einem Test der Luft- und Wasserdichtigkeit keine Leckage aufweisen. Die Prüfung erfolgt durch den AQL-Wert (Akzeptables Qualitäts Level). Der jeweilige Wert, gibt Ausschluss darüber, welche Anzahl an Arbeitshandschuhen, von der Prüfmenge X, Fehler aufgewiesen haben.
LEISTUNGSEBENE AQL-WERT INSPEKTIONSEBENE
Ebene 3 < 0.65 G1
Ebene 2 < 1.5 G1
Ebene 3 < 4.0 S4

Permeation:

Typ C gilt als Mindestanforderung eines Chemikalienschutzhandschuhs. In Bezug auf seine Resistenz muss der Chemikalienschutzhandschuh somit mindestens die Stufe 1 (länger als 10 Minuten), gegenüber einer aus der Chemikalienliste festgelegten Chemikalie bestehen.

Degradation:

Nach dem Erstkontakt mit einer Chemikalie, muss die Veränderung der Durchstichfestigkeit eines Chemikalienschutzhandschuh bestimmt werden. Das Ergebnis muss in der Bedienungsanleitung angegeben werden.

Lange Handschuhe:

Wenn die Länge eines Chemikalienschutzhandschuhs ≥ 40 cm ist, muss die Stulpe gleichermaßen einem Permeationstest unterzogen werden.

Anforderungen an Chemikalienschutzhandschuhe zum Schutz vor Mikroorganismen

Penetration:

Die Anforderungen an einen Handschuh zum Schutz gegen Bakterien und Pilze sind gleich zusetzen mit denen eines normalen Chemikalienschutzhands.

Virenschutzhandschuhe:

Wird ein Virenschutz benötigt, so müssen die Handschuhe zusätzlich nach ISO 16604 geprüft werden.

Lange Handschuhe:

Wenn die Länge eines Chemikalienschutzhandschuhs ≥ 40 cm ist, muss die Stulpe gleichermaßen einem Virenpenetrationstest unterzogen werden.

Kennzeichnung der Chemikalienschutzhandschuhe:

Handschuhe zum Schutz vor Chemikalien tragen einen Erlenmeyerkolben als Piktogramm. Je nach Schutzstufe wird das Piktogramm durch die Typkennzeichnung A, B oder C ergänzt. Im Falle von Typ A und B wird das Piktogramm ebenfalls durch Codebuchenstaben gekennzeichnet.
Die Codebuchstaben beziehen sich auf eine von der Norm definierten Liste von ausgewählten Chemikalien (siehe Liste definierte Prüfchemikalien).

EN 374-1/Typ A

Typ A:

Der Chemikalienschutzhandschuh weist eine Permeationsbeständigkeit von mindestens jeweils 30 Minuten von mindestens 6 Prüfchemikalien auf.

EN 374-1/Typ B

Typ B:

Der Chemikalienschutzhandschuh weist eine Permeationsbeständigkeit von mindestens jeweils 30 Minuten von mindestens 3 Prüfchemikalien auf.

EN 374-1/Typ C

Typ C:

Der Chemikalienschutzhandschuh weist eine Permeationsbeständigkeit von mindestens 10 Minuten von mindestens 1 Prüfchemikalie auf.

Liste der definierten Prüfchemikalien:

CODEBUCHSTABE CHEMIKALIE CAS-NUMMER KLASSE

A

Methanol 67-56-1 Primäralkohol

B

Aceton 67-64-1 Keton

C

Acetonitril (Essigsäurenitril) 75-05-8 Nitrilmischung

D

Dichloromethan 75-09-2 Chlorierter Kohlenwasserstoffe

E

Schwefelkohlenstoff (Kohlenstoffdisulfid) 75-15-0 Schwefel mit Anteilen organischer Verbindungen

F

Toluol 108-88-3 Aromatischer Kohlenwasserstoff

G

Diethylamin 109-89-7 Amin

H

Tetrahydrofuran 109-99-9 Heterozyklische und Ätherverbindung

I

Essigsäureethylester (Ethylacetat, Essigester) 141-78-6 Ester

J

n-Heptan 142-82-5 Gesättigte Kohlenwasserstoffe

K

Natriumhydroxid 40 % 1310-73-2 Anorganische Base

L

Schwefelsäure 96 % 7664-93-9 Anorganische Säure, oxidierend

M

Salpetersäure 65 % 7697-37-2 Anorganische Säure, oxidierend

N

Essigsäure 99 % 64-19-7 Organische Säure

O

Ammoniakwasser 25 % 1336-21-6 Anorganische Base

P

Wasserstoffperoxid 30 % 7722-84-1 Peroxid

S

Flusssäure 40 % 7664-39-3 Anorganische Säure

T

Formaldehyd 37 % 50-00-0 Aldehyd

VIRUS

Kennzeichnung der Handschuhe zum Schutz vor Chemikalien und Mikroorganismen:

Chemikalienschutzhandschuhe, die Schutz vor Bakterien und Pilzen bieten, werden zusätzlich mit dem Piktogramm "Mikroorganismus" gekennzeichnet. Voraussetzung hierfür ist eine Leckagefreiheit gemäß EN 374-2, die mindestens die Leistungsebene 2 erfüllt.

Chemikalienschutzhandschuhe, die neben Bakterien und Pilzen auch vor Viren schützen müssen, sind zusätzlich unter dem Piktogramm "Mikroorganismus" mit der Angabe "VIRUS" gekennzeichnet. Die Handschuhe müssen zusätzlich nach gemäß ISO 16604 getestet werden.

Warnhinweis: Die ermittelten Leistungsstufen der Norm 374 beruhen auf dem Ergebnis von Laborprüfungen, die tatsächliche Zeitdauer am Arbeitsplatz kann hiervon abweichen.

Schutzhandschuhe zum Schutz vor Chemikalien und Mikroorganismen nach EN374:2003 alte Prüfmethode - noch gültig mit Übergangszeit


Eingeschränkter Schutz
gegen Chemikalien

Kennzeichnung der Handschuhe zum eingeschränktem Schutz gegen Chemikalien

Handschuhe mit eingeschränktem Chemikalienschutz werden mit dem Becherglas gekennzeichnet. Diese Handschuhe sind wasserdicht und können vor bestimmten Chemikalien schützen.

Bestimmung des Widerstandes gegen Penetration nach EN 374-2:2003

EN 374-2

Kennzeichnung der Handschuhe zum Schutz gegen Mikroorganismen (Bakterien und Pilze)

Bestimmung des Widerstandes gegen Penetration nach EN 374-2:2003.

AQL mindestens Level 2

EN 374-3

Kennzeichnung der Handschuhe zum Schutz gegen Chemikalien

Bestimmung des Widerstandes gegen Penetration nach EN 374-2:2003.

Bestimmung des Widerstandes gegen Permeation nach EN 374-3:2003. Durchbruchzeit ≥ 30 min für mindestens 3 der 18 Prüfchemikalien

Übersicht der Änderungen der EN 374 von 2003 und 2016

  • Erweiterung der Prüfchemikalien von 12 auf 18
  • Wegfall des Becherglases
  • Typisierung der Chemikalienschutzhandschuhe in Typ A, B oder C
  • Änderung der Kennzeichnung auf dem Handschuh
  • Entfall des Bezuges auf Mikroorganismen im Text

EN 407 Arbeitshandschuhe zum Schutz vor thermischen Gefahren

Diese Norm definiert die thermische Leistungsfähigkeit von Arbeitshandschuhen zum Schutz vor Hitze- und/oder Feuergefahren.
Diese Norm berücksichtigt jedoch nicht die spezifische Anwendung von Hitzeschutzhandschuhen, wie etwa Brandbekämpfung oder Schweißen. Gemäß EN 407 sollen Hitzeschutzhandschuhe folgende Merkmale aufweisen:
  • schwere Entflammbarkeit bzw. Flammenausbreitung
  • niedriger Wärmedurchgang
  • hohe Temperaturbeständigkeit
Die Art und der Grad der Schutzfunktion wird vom "Hitze und Flammen" Piktogramm und 6 Leistungskriterien in Verbindung mit spezifischen Schutzeigenschaften angegeben.
Die Norm berücksichtigt folgende Leistungskriterien:

a. Brennverhalten (0-4)

Beschreibt die Zeitdauer, in der das Handschuhmaterial nach Entfernen der Brandquelle weiterbrennt oder glüht. Die Nähte des Handschuhs dürfen sich nach einer Brandzeit von 15 Sekunden nicht auflösen. (Höchste Leistungsstufe 4 = Nachbrennzeit 2 Sekunden, Nachglühzeit 5 Sekunden)

b. Kontaktwärme (0-4)

Beschreibt das Temperaturspektrum (100-500 °C), in dem der Handschuhträger für mindestens 15 Sekunden keinen Schmerz verspürt. Wird eine EN-Leistungsstufe 3 oder höher erreicht, muss der Handschuh im Brandfestigkeitstest (Brennverhalten) ebenfalls mindestens die Leistungsstufe 3 erfüllen. Wird die Leistungsstufe von 3 nicht erfüllt, so wird der maximale Kontakthitzeschutz mit der Leistungsstufe 2 angegeben. (Höchste Leistungsstufe 4 = 500 °C)

c. Konvektionshitze (0-4)

Beschreibt die Zeitdauer, in der ein Handschuh die Übertragung der Hitze einer Flamme verzögern kann. Eine Leistungsstufe wird nur dann angegeben, wenn der Brandfestigkeitstest die Leistungsstufen 3 oder 4 erreicht hat. (Höchste Leistungsstufe 4)

d. Strahlungshitze (0-4)

Beschreibt die Zeitdauer, in der ein Handschuh die Hitzeübertragung einer Strahlungsquelle verzögern kann. Eine Leistungsstufe wird nur dann angegeben, wenn der Brandfestigkeitstest die Leistungsstufe 3 oder 4 erreicht hat. (Höchste Leistungsstufe 4 = mindestens 150 Sekunden)

e. Festigkeit gegen kleine Schmelzmetallspritzer (0-4)

Gibt die erforderliche Anzahl von Tropfen geschmolzenen Metalls für die Erhitzung des Handschuhs auf eine bestimmte Temperatur an. Eine Leistungsstufe wird nur dann angegeben, wenn der Brandfestigkeitstest die Leistungsstufe 3 oder 4 erreicht hat. (Höchste Leistungsstufe 4 = über 35 Tropfen)

f. Festigkeit gegen große Mengen von Schmelzmetall (0-4)

Gibt das erforderliche Gewicht von Tropfen geschmolzenen Metalls an, das benötigt wird um ein Hautimitat, das auf der Innenseite befestigt wird, zu beschädigen. Der Test gilt als nicht bestanden, wenn sich Metalltropfen am Handschuhmaterial festsetzen oder das Testmuster entflammt. (Höchste Leistungsstufe 4 = 200 Gramm)


Darüber hinaus müssen die Abrieb- und Weiterreißfestigkeit aller gemäß EN 407 eingestuften Hitzeschutzhandschuhe mindestens der Leistungsstufe 1 entsprechen.

Je höher der Wert der Leistungsstufe, desto besser ist das Testergebnis zu dem zugehörigen thermischen Risiko. Die Stufe X kann auch für a bis f angegeben werden und steht für "Nicht getestet" oder "Nicht anwendbar".

Leistungsstufen:

Leistungsstufen 1 2 3 4

a. Brennverhalten

(Nachbrenn- und Nachglimmzeit)

< 20 s

Nicht erforderl.

< 10 s

< 120 s

< 3 s

< 25 s

< 2 s

< 5 s

b. Kontakthitze

(Kontakttemperatur und Grenzwertzeit)

100 °C

> 15 s

250 °C

> 15 s

350 °C

< 15 s

500 °C

< 15 s

c. Konvektionshitze

(Verzögerung der Hitzeübertragung)

> 4 s

< 7 s

< 10 s

< 18 s

d. Strahlungshitze

(Verzögerung der Hitzeübertragung)

> 7 s

> 20 s

> 50 s

> 95 s

e. Festigkeit gegen kleine Schmelzmetallspritzer

(Anzahl der Tropfen)

> 10

> 15

> 25

> 35 s

f. Festigkeit gegen große Mengen von Schmelzmetall

(Gewicht/Masse)

30 g

60 g

120 g

200 g

EN 12477 Arbeitshandschuhe zum Schutz für Schweißerarbeiten

Diese Norm definiert die Mindestanforderungen an Arbeitshandschuhen für manuelle Schweiß- und Schneidearbeiten sowie die damit verbundenen Verarbeitungsverfahren von Metall. Voraussetzung ist die Erfüllung der EN 407, jedoch gelten abweichende Handschuhlängen:
  • Größe 6: 300 mm
  • Größe 7: 310 mm
  • Größe 8: 320 mm
  • Größe 9: 330 mm
  • Größe 10: 340 mm
  • Größe 11: 350 mm
Schutzhandschuhe für Schweißer werden in zwei Typen ( A und B ) unterteilt. Beide Typen müssen nach folgenden Kriterien geprüft werden und je nach Typ die jeweiligen Mindestanforderungen erreichen:
ANFORDERUNGEN TYP A TYP B (Hohe Finger- und Bewegungsfreiheit)
Abriebfestigkeit EN 388 2 1
Schnittfestigkeit EN 388 1 1
Weiterreißfestigkeit EN 388 2 1
Durchstichfestigkeit EN 388 2 1
Brennverhalten EN 407 3 2
Kontakthitze EN 407 1 1
Konvektionshitze EN 407 2 -
Festigkeit gegen kleine Schmelzmetallspritzer EN 407 3 2
Fingerbeweglichkeit EN 420 1 4

Schweißerhandschuhe des Typ B werden empfohlen, wenn beim Schweißvorgang eine hohe Bewegungsfreiheit erforderlich ist z.B. beim TIG-Schweißen. Schweißerhandschuhe des Typ A werden für alle weiteren Schweißverfahren empfohlen. Die Typen-Kennzeichnung eines Schweißerhandschuhs erfolgt auf dem Produkt selbst und in der Bedienungsanleitung.

EN 511 Arbeitshandschuhe zum Schutz gegen Kälte

Diese Norm gilt für alle Arbeitshandschuhe, die einen Schutz vor Konvektions- und Kontaktkälte bis -50°C gewähren.
Die Art und der Grad der Schutzfunktion wird vom "Kälteschutz" Piktogramm und 3 Leistungskriterien in Verbindung mit spezifischen Schutzeigenschaften angegeben.
Die Norm berücksichtigt folgende Leistungskriterien:

a. Konvektionskälte (0-4)

Bestimmt die thermischen Isolationseigenschaften, die durch eine Konvektionsübertragung von Kälte gemessen wird.

b. Kontaktkälte (0-4)

Bestimmt die thermische Festigkeit des Handschuhmaterials im direkten Kontakt mit einem kalten Gegenstand.

c. Wasserfestigkeit (0-1)

Zusätzlich kann der Handschuh auf seine Wasserundurchlässigkeit nach EN ISO 15383 getestet werden. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn über 30 Minuten lang kein Wasser in den Handschuh eindringt.
0 = Wasserpenetration
1 = keine Wasserpenetration

Darüber hinaus müssen die Abrieb- und Weiterreißfestigkeit aller gemäß EN 511 eingestuften Kälteschutzhandschuhe mindestens der Leistungsstufe 1 entsprechen

Je höher der Wert der Leistungsstufe, desto besser das Testergebnis zu dem zugehörigen thermischen Risiko. Die Stufe X kann auch für a bis f angegeben werden und steht für "Nicht getestet" oder "Nicht anwendbar".

EN 16350 Arbeitshandschuhe zum Schutz gegen elektrostatische Risiken

Die EN 16350 ist die erste Norm, die Prüfbedingungen und Mindestanforderungen an Schutzhandschuhen festlegt, die für brand- und explosionsgefährliche Arbeitsbereiche getragen werden müssen. Zuvor wurde für Schutzhandschuhe die Norm (EN 1149) für Schutzbekleidung angewandt. Die Norm legt folgende Mindestanforderungen und Prüfbedingungen fest:
  • Der Durchgangswiderstand muss kleiner 1,0 × 108 Ohm sein (Rv< 1,0 × 108 Ω).
  • Prüfatmosphäre: Lufttemperatur von 23 ± 1 °C, relative Luftfeuchte von 25 ± 5 %. (gemäß EN 1149-2)

Hinweis:

Elektrostatische ableitfähige Schutzhandschuhe bieten nur Schutz, wenn der Träger über einen Widerstand von weniger als 108 Ohm geerdet ist. Schutzhandschuhe nach EN 16350 gelten als wichtiges Glied in der Erdungskette (Handschuhe-Schutzbekleidung-Sicherheitsschuhe-Boden). In Verbindung mit elektrostatischen Eigenschaften wird oftmals auch über elektrostatische Entladung (electrostatic discharge = ESD) gesprochen. Schutzhandschuhe die nach EN 16350 geprüft sind, können für alle Anwendungen des ESD Produktschutzes verwendet werden. Unsere PRO FIT Schutzhandschuhe, die nach EN 16350 getestet wurden, sind sowohl für den Produkt- als auch für den Arbeitsschutz verwendbar

EN 149 Atemschutzmasken - filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel

Die EN 149:2001 + A1:2009 regelt die Mindestanforderungen für partikelfiltrierende Masken in den jeweiligen Schutzstufen. Diese Masken bieten Schutz gegen feste Feinstäube (S) als auch gegen flüssige Aerosole (SL). Mittels Messung der Filterleistung wird die Schutzstufe ermittelt. Es gibt drei Schutzklassen: (FFP = FilteringFacePiece)
  • FFP 1 mit einer Filterleistung von mindestens 80 % von Partikeln einer Größe von 0,6µm aus der Luft
  • FFP 2 mit einer Filterleistung von mindestens 94 % von Partikeln einer Größe von 0,6µm aus der Luft
  • FFP 3 mit einer Filterleistung von mindestens 99 % von Partikeln einer Größe von 0,6µm aus der Luft
Die Schutzklassen richten sich nach dem Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) bisher Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK). Der AGW ist die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz. Des weiteren gibt er an, bei welcher Konzentration des Stoffes eine akute oder chronische Schädigung der Gesundheit der Beschäftigen nicht zu erwarten ist. Die Festlegung des AGW erfolgt ausschließlich auf der Basis vorliegender arbeitsmedizinischer Erfahrungen und toxikologischen Erkenntnissen.
Geräteart Vielfaches des Grenzwertes (GW) Bemerkungen / Einschränkungen
Partikelfiltrierende Halbmaske FFP1, P1 4 Nicht gegen Partikel krebserzeugende und radioaktive Stoffe, luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 2 und 3 und Enzyme.
Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2, P2 10 Nicht gegen radioaktive Stoffe, luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 und Enzyme.
Partikelfiltrierende Halbmaske FFP3, P3 30

Alle Atemschutzmasken mit einer "D-Markierung" erfüllen die Zusatzanforderung der Dolomitstaubprüfung. Geprüft wird die Widerstandsfähigkeit der Atemschutzmaske gegen das Zusetzen von Staub. Die Zusatzprüfung auf Dolomitstaub gilt somit als Qualitätsmerkmal für das verwendete Filtermaterial. Sie besagt, dass eine Atemschutzmaske auch bei hoher Staubkonzentration über eine lange Einsatzdauer getragen werden kann.
Desweiteren regelt die EN 149, ob eine filtrierende Halbmaske nur eine Arbeitsschicht ( Arbeitszeit gleich 8 Stunden) oder darüber hinaus auch für eine weitere Schicht wiederverwendet werden kann. Die Atemschutzmaske ist je nach Prüfung wie folgt gekennzeichnet:
  • R = reusable, filtrierende Halbmaske ist wiederverwendbar.
  • NR = not reusable, filtrierende Halbmaske ist maximal für eine Arbeitsschicht verwendbar ( <8 Stunden)

Hinweis:

Für alle Arten von filtrierenden Masken und Filterpatronen gilt, dass Ihre Lebensdauer nur begrenzt ist, eine genaue Einsatzdauer lässt sich nicht verbindlich bestimmen. Masken und Filter müssen aus diesem Grund rechtzeitig ausgetauscht werden, damit eine Schutzfunktion gegeben ist. Grundsätzlich gilt: steigt der Atemwiderstand signifikant an , ist davon auszugeben, dass die Leistungsfähigkeit der Maske erschöpft ist.

EN 166 Persönlicher Augenschutz

Die EN 166 sowie die BGR 192 definiert alle allgemeinen Anforderungen des persönlichen Augenschutzes. Augenverletzungen und -schäden können entstehen durch:
  • mechanische Belastung (Staub, Splitter, Späne)
  • Belastung durch biologische oder chemische Flüssigkeiten (Lösemittel, Säuren, Laugen)
  • Gefährdung durch chemische feste oder gasförmige Substanzen (Dämpfe)
  • thermische Belastung ( Flammen, Spritzer von heißen Flüssigkeiten, Kälte)
  • Belastungen durch Strahlung (UV-Strahlen, Licht, Infrarot-Licht)
  • Gefahren durch Elektrizität (Lichtbögen durch Kurzschluss)
Schutzbrillen nach EN 166 bestehen aus einem Brillengestell und einer oder zwei Sichtscheiben. Die Sichtscheibe(n) und das Gestell einer Schutzbrille haben jeweils Ihre eigene Kennzeichnung. Sind diese eine Einheit, erfolgt die Kennzeichnung auf dem Brillengestell.

Kennzeichnung nach EN 166

Sichtscheibe(n)

Eine Kennzeichnung der technischen Informationen der Sichtscheibe(n) von Schutzbrillen erfolgt in folgender Reihenfolge:
  • Schutzstufe (nur Filter)
  • Identifikation des Herstellers
  • Optische Klasse
  • Zertifizierungszeichen (falls geprüft)
  • Kurzzeichen für mechanische Festigkeit
  • Kurzzeichen für Beständigkeit gegen Lichtbögen (8)
  • Kurzzeichen für Nichthaften von Schmelzmetall und Beständigkeit gegen Durchdringen heißer Festkörper (9)
  • Kurzzeichen für Oberflächenbeständigkeit gegen Beschädigung durch kleine Teilchen (K)
  • Kurzzeichen für die Beständigkeit gegen Beschlagen (N)
  • Kurzzeichen für erhöhten Reflexionsgrad (R)

Symbole / Codierung der optischen Güteklasse:

  1. für besonders hohe Anforderungen an die Sehleistung für den Dauergebrauch
  2. für durchschnittliche Anforderungen an die Sehleistung - Intervallweise Arbeiten
  3. ohne große Anforderungen an die Sehleistung, gelegentliche Arbeiten mit Dauertrageverbot

Symbole / Codierung für mechanische Festigkeit:

"ohne" - mechanische Grundfestigkeit
"S" - Erhöhte mechanische Festigkeit, hält einer 22 mm großen und 43 g schweren Kugel aus 1,30 m Fallhöhe von 5,1 m/s stand
"F" - Stoß mit geringer Energie, hält einer 6 mm großen und 0,86 g schweren Kugel mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 45 m/s stand
"B" - Stoß mit mittlerer Energie, hält einer 6 mm großen und 0,86 g schweren Kugel mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 120 m/s stand
"A" - Stoß mit hoher Energie, hält einer 6 mm großen und 0,86 g schweren Kugel mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 190 m/s stand
"K" - Festigkeit der Oberfläche gegen Beschädigung durch Feinpartikel (optional)
"N" - Beständigkeit gegen Beschlagen (optional)
"T" - Das Festigkeitssymbol gefolgt von Buchstabe T gestattet eine Verwendung bei sehr hoher Aufprallenergie und unter Extremtemperaturen.

Sichtscheiben mit / ohne Filterwirkung

Ohne Filterwirkung - farblose Sichtscheiben mit einem Lichttransmissionswert < 74% - Sie bieten Schutz gegen aufprallende Teile
Mit Filterwirkung - getönte / gefärbte Sichtscheiben, die je nach Ausführung Schutz gegen ultraviolette Strahlung, Blendung oder infrarote Strahlung gewähren.
Filtrierende Sichtscheiben im Farbton grün, werden überwiegend zum Schweißen, Schneiden oder Brennen eingesetzt. Die grüne Tönung absorbiert die blaue UV-Strahlung und sind in den Schutzstufen 1.2 - 16 erhältlich.
wichtige Schutzstufen:
  • 1.7 gegen helles UV-Streulicht
  • 5 + 7 Schweißen und Schneiden mit Gas-Sauerstoffgemisch
  • 8 - 16 Elektroschweißer

Neben den Grundnormen:

EN 166 gesamter persönlicher Augenschutz allgemein, Anforderungen
EN 167 Optische Prüfmethoden
EN 168 Nicht-optische Prüfmethoden

Gibt es spezifische Normen, die sich nach dem Anwendungsbereich richten:

EN 169 Filter für das Schweißen und verwandte Techniken; Transmissionanforderungen und empfohlene Verwendung
EN 170 Ultraviolettschutzfilter (UV-Filter); Transmissionanforderungen und empfohlene Verwendung
EN 171 Infrarotschutzfilter; Transmissionanforderungen und empfohlene Verwendung
EN 172 Sonnenschutz für den gewerblichen Gebrauch; Transmissionanforderungen und empfohlene Verwendung
EN 175 Geräte für Augen- und Gesichtsschutz beim Schweißen und bei verwandten Verfahren; Transmissionanforderungen und empfohlene Verwendung
EN 207 Filter und Augenschutz gegen Laserstrahlen
EN 208 Augenschutzgeräte für Justierarbeiten an Lasern und Laseraufbauten (Laserjustierbrillen)
EN 379 Anforderungen an Schweißerschutzfilter mit umschaltbarem Lichttransmissionsgrad und Schweißerschutzfilter mit zwei Lichttransmissionsgraden

Brillengestell

Eine Kennzeichnung der technischen Informationen des Brillengestells der Schutzbrille erfolgt in folgender Reihenfolge:
  • Identifikation des Herstellers
  • Anwendungsbereich
  • Nummer der EN-Norm
  • Zertifizierungszeichen (falls geprüft)
  • CE Zeichen

Symbole / Codierung des Anwendungsbereichs:

  • kein - nicht festgelegte mechanische Risiken, Gefährdung durch ultraviolette, sichtbare und infrarote Strahlung und Sonnenstrahlung
  • 3. Flüssigkeiten (Tropfen oder Spritzer)
  • 4. Grobstaub, Staub mit einer Größe > 5 µm
  • 5. Gas und Feinstaub, Gase, Dämpfe, Nebel, Rauch und Staub < 5 µm
  • 8. Störlichtbogen, elektrischer Lichtbogen bei Kurzschluss
  • 9. Schmelzmetall und heiße Feststoffe, Metallspritzer und durchdringen heißer Festkörper

Beständigkeit von Brillengestellen gegen Teilchen:

-F - Stoß mit niedriger Energie.
-B - Stoß mit mittlerer Energie.
-A - Stoß mit hoher Energie.
Stimmt die Kennzeichnung S, F, B und A auf der Sichtscheibe(n) und dem Gestell nicht überein, so ist dem kompletten Augenschutz die niedrigste Schutzstufe zuzuweisen.

EN 352 Gehörschutz - allgemeine Anforderungen

Die EN 352 sowie die BGR 194 definiert alle allgemeinen Anforderungen an den Gehörschutz im Rahmen der persönlichen Schutzausrüstung.
Die Auswahl eines geeigneten Gehörschützers ist abhängig von der jeweiligen Arbeitsumgebung sowie der Art des auftretenden Lärms am Arbeitsplatz.
Gehörschützer werden in nachfolgende Gehörschutzarten unterteilt:
  • Kapselgehörschützer
  • Gehörschutzstöpsel
  • Kapselgehörschützer mit Helmbefestigung
  • elektroakustische Systeme
Jedem Gehörschützer muss nach EN 352 eine Bedienungsanleitung beigefügt werden. Die Bedienungsanleitung muss einen Hinweis über die funktionsgerechte Benutzung, die hygienische Reining oder Desinfizierung sowie die technischen Daten des Gehörschützers geben. Außerdem sind Gehörschützer nach EN 352 wie folgt zu kennzeichnen:
  • Herstellername oder Handelsmarke
  • Modellbezeichnung
  • Nummer der Europäischen Norm
  • Hinweise zum Einsetzen, zur Anwendung und zum Tragen (nach Notwendigkeit)
  • Nenngrößen-Angaben
  • CE-Kennzeichnung
  • Hinweise zur Wiederverwendbarkeit oder Einmalgebrauch (relevant für Gehörschutzstöpseln)
  • Rechts- beziehungsweise Linkskennzeichnung (bei Otoplastiken)
Alle produktspezifischen Eigenschaften und Anforderungen für Gehörschützer sind in nachstehenden Unternormen geregelt:

EN 352-1 Kapselgehörschützer

Als Kapselgehörschützer werden nach EN 352-1 alle Gehörschützer bezeichnet, die das jeweilige Ohren komplett mit einer Hartkunststoffschale umschließen. Die Hartkunststoffschale ist hierbei an der Berührungsstelle gepolstert und darüber hinaus mit schalldämmendem Schaumstoff ausgekleidet.
Die Verwendung von Kapselgehörschützer wird bei nachstehenden Anwendungen empfohlen:
  • wenn wegen wiederholter kurzzeitiger Lärmeinwirkung ein häufiges Auf- und Absetzen erforderlich ist (auch bei Gehörschutzbügeln zutreffend).
  • Gehörschutzstöpsel aufgrund eines zu engen Gehörgangs nicht vertragen werden.
  • eine Neigung zu Gehörgangentzündungen oder anderen Unverträglichkeiten beim Tragen von Gehörschutzstöpseln besteht.

EN 352-2 Gehörschutzstöpsel

Der EN 352-2 entsprechende Gehörschutzstöpsel sind definiert als Gehörschützer, die direkt im Gehörgang getragen werden.
Dabei werden diese noch in vor Gebrauch zu formende, fertig vorgeformte Gehörschutzstöpsel und Bügelstöpsel unterteilt.
Vor Gebrauch zu formende:
  • können je nach Typ mehr-oder einmalig verwendet werden
  • werden grob vorgeformt und direkt in den Gehörgang gesetzt
  • sie verformen sich leicht beim Einsetzen oder beim Herausnehmen
Fertig vorgeformte:
  • bestehen aus weichem Kunststoff
  • sie sind vorgeformt und müssen nur noch in den Gehörgang eingesetzt werden
Bügelstöpsel:
  • durch den Bügel, der im Nacken, unter dem Kinn oder über dem Kopf getragen werden kann, ist dieser einfacher und komfortabler für das Ohr zu tragen. Es entsteht ein geringerer Druck auf den Gehörgang.

Die Verwendung von Gehörschutzstöpseln wird bei nachstehenden Anwendungen empfohlen:
  • an Arbeitsplätzen mit andauernder Lärmeinwirkung
  • bei zu starker Schweißbildung unter Kapselgehörschützern
  • bei gleichzeitigem Tragen von Brillen oder Schutzbrillen
  • bei Tragen anderer persönlicher Schutzausrüstung wie z.B. einem Schutzhelm, einer Atemschutzmasken oder einem Gesichtsschutzvisier

EN 352-3 Kapselgehörschützer zur Befestigung an Schutzhelmen

Die Norm 352-3 definiert alle Kapselgehörschützer, die direkt an einen industriellen Schutzhelm montiert werden.

Allgemeine Informationen zum Thema Gehörschutz

Der Mensch kann Geräusche und Töne zwischen 0 und 140 Dezibel wahrnehmen (Dezibel - dB(A) = Maßeinheit für die Lautstärke). Die EG-Lärmrichtlinie 2003/10/EG legt die Grenzwerte, denen ein Mensch während eines 8-Stunden-Tages ausgesetzt werden darf, fest. Hierbei schreibt der Gesetzgeber vor, dass der Arbeitgeber ab einer Lautstärke von 80 dB(A) Gehörschutzprodukte (wie z.B. Gehörschutzstöpsel, Gehörschutzbügel oder Gehörschutzkapseln) bereitstellen muss. Ab dem Grenzwert von 85 dB(A) ist das Tragen von Gehörschutz gesetzlich verpflichtend. Ab einer langjährigen, täglichen Lärmeinwirkung von 85 dB(A) wird von der Entstehung von Gehörschäden ausgegangen.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Dämmung eines Gehörschutzes durch die Frequenz, der Anatomie und dem Material beeinflusst wird.
Die Schutzwirkung von Gehörschützern wird in dB angegeben.

SNR-Wert:

Der SNR-Wert (Singel Number Rating) bestimmt die mittlere Abdämmung eines Gehörschützers und somit die durchschnittliche Schutzwirkung.

HML-Wert:

Die HML-Werte bestimmen, wie hoch die jeweilige Schalldämmung in Bezug auf drei freien Frequenzbereiche H (Hoch = zwischen 2000 und 8000 Hz), M (Mittel = zwischen 1000 und 2000 Hz) und N (Niedrig = zwischen 63 und 1000 Hz) ist.
Die Schalldämmung von Gehörschützern ist frequenzabhängig. Aus diesem Grund wird ein geeigneter Gehörschützer durch die Information über die betreffende Lärmsituation am Arbeitsplatz bestimmt. Die Lärmsituation am Arbeitsplatz wird anhand einer Geräuschemissionsmessung durch die Berufsgenossenschaft bestimmt. Durch die Messung des äquivalenten Dauerschallpegels wird ein Lärmkataster erstellt. Im Anschluss kann durch die SNR-Methode der Gehörschutz ausgewählt werden.

Beispiel:

Der Lautstärkepegel am Arbeitsplatz liegt bei 90 dB. Der Dämmwert eines Kapselgehörschützers liegt bei 30 dB. Am Trommelfell des Mitarbeiters kommen somit noch 60 dB an. ( 90 dB - 30 dB = 60 dB). Der verbleibende Lautstärkepegel liegt unter 85 dB, dies bedeutet unter der Grenze der Gehörschädlichkeit.

EN 397 Schutzhelme zum Schutz vor fallenden/pendelnde Gegenständen

Die EN 397 legt die Anforderungen an die Schutzfunktion für Industrieschutzhelmen fest. Es werden darüberhinaus auch Aussagen zur Konstruktion und den Materialien der Schutzhelme gemacht. Zusätzlich wird die regelmäßige Überprüfungspflicht von Schutzhelmen definiert. Ein Schutzhelm gemäß EN 397 schützt den Träger vor herabfallenden und pendelnden Gegenständen.
Nachfolgende Grundanforderungen an die Schutzfunktion des Industrieschutzhelms müssen laut EN 397 gewährt werden:
  • Stoßdämpfung (durch elastische und plastische Verformung)
  • Durchdringungsfestigkeit (gegen spitze und scharfe Gegenstände)
  • Flammbeständigkeit
  • Gewährleistung eines optimalen Sitzes (gegeben durch eine verstellbare Innenausstattung und je nach Einsatzgebiet- durch die Benutzung eines Kinnriemens)

Folgende Kennzeichnung muss an dem Schutzhelm erkennbar sein:
Angewendete Norm
Name oder Zeichen des Herstellers
Jahr und Quartal der Herstellung
Typbezeichnung des Herstellers - auf der Helmschale und der Innenausstattung
Größe oder Größenbereich ( Kopfumfang in cm) auf der Helmschale und der Innenausstattung
Kurzzeichen des verwendeten Materials

Zusätzliche Kennzeichnung:
-20°C oder -30°C Einsatz bei niedrigen Temperaturen
+ 150°C Einsatz bei sehr hohen Temperaturen
440 VAC Gefährdung durch kurzfristigen unbeabsichtigten Kontakt mit Wechselspannung bis 440 V
MM Gefährdung durch Spritzer von geschmolzenem Metall
LD Gefährdung durch seitliche Beanspruchung

Diese zusätzliche Kennzeichnung kann durch ein dauerhaft selbstklebendes Etikett oder durch eine Prägung
Die Gebrauchsdauer sowie die Bestandteile müssen in der Gebrauchsanweisung angegeben werden.
Industrieschutzhelme aus thermoplastischen Kunststoffen
Bei dieser Art von Helmen kann die Schutzfunktion durch eine altersbedingte Minderung beeinträchtigt werden. Des weiteren sind verschiedene Faktoren für die Haltbarkeit der Helme entscheidend. Dazu zählt die UV-Einstrahlung, Witterungen oder auch die Luftverunreinigung. Die Haltbarkeit dieser wird meistens auf vier Jahre ab dem Herstellungsdatum beschränkt.

Bezeichnung Kurzzeichen
Polyethylen PE
Polypropylen PP
glasfaserverstärktes Polypropylen PP-GF
Polycarbonat PC
glasfaserverstärktes Polycarbonat PC-GF
Acrylnitril-Butadien-Styrol ABS

EN 812 Anstoßkappen zum Schutz vor feststehenden Gegenständen

Anstoßkappen (auch genannt Basecaps) gemäß EN 812 sind dazu bestimmt den Träger vor fest- oder hervorstehenden Gegenständen gegen Stoßen oder Schürfwunden am Kopf zu schützen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo der Gesetzgeber zwar keine Schutzhelmpflicht vorschreibt, jedoch die Gefahr vor Stößen besteht. Zum Einsatz kommen Anstoßkappen beispielsweise bei Arbeiten an Montagebändern, in der Logistik, beim Innenausbau von Häusern (Tischler, Zimmermänner, Maler etc.) sowie bei Bahnarbeitern.

Anstoßkappen nach EN 812 können einen Schutzhelm nicht ersetzen. Sie schützen nicht vor fallenden oder geworfenen Gegenständen oder sich bewegenden, hängenden Lasten.

Stoßdämpfungsvermögen

Durchdringungsfestigkeit

Gewährleistung des Sitzes

Folgende Kennzeichnung muss an dem Schutzhelm erkennbar sein:

Angewendete Norm

Name oder Zeichen des Herstellers

Jahr und Quartal der Herstellung

Typbezeichnung des Herstellers - auf der Schale und falls vorhanden auf der Innenausstattung

Größe oder Größenbereich ( Kopfumfang in cm) auf der Schale und falls vorhanden auf der Innenausstattung

Zusätzliche Kennzeichnung:
-20°C oder -30°C Einsatz bei niedrigen Temperaturen
+ 150°C Einsatz bei sehr hohen Temperaturen
440 VAC Gefährdung durch kurzfristigen unbeabsichtigten Kontakt mit Wechselspannung bis 440 V
F Flammenbeständigkeit

Diese zusätzliche Kennzeichnung kann durch ein dauerhaft selbstklebendes Etikett oder durch eine Prägung
Die Gebrauchsdauer sowie die Bestandteile müssen in der Gebrauchsanweisung angegeben werden.
Anstoßkappen nach EN 812 können einen Schutzhelm nicht ersetzen. Sieschützen nicht vor fallenden oder geworfenen Gegenständen oder sich bewegenden, hängenden Lasten.

EN 20345 Sicherheitsschuhe und Sicherheitsstiefel für den gewerblichen Gebrauch

Die EN 20345 (ehemals EN 345) definiert die Grundanforderungen sowie die Zusatzanforderungen an Sicherheitsschuhen, die für den gewerblichen Gebrauch bestimmt sind. Besteht die Gefahr einer Fußverletzung am Arbeitsplatz, so sollte ein Sicherheitsschuh nach EN 20345 getragen werden. Sicherheitsschuhe sollen Ihren Träger vor Stößen, Einklemmungen, herabfallenden Gegenständen, vor dem Hineintreten in scharfe oder spitze Gegenstände, Kontakt mit sehr heißen Materialien oder Kälte schützen.

In der Norm werden unter anderem folgende Grundanforderungen festgelegt:
  • Höhe des Schuhoberteils / geschlossener Fersenbereich
  • Energieaufnahme im Fersenbereich
  • Konstruktion und Krafteinwirkung der Zehenkappe
  • Wasserdampfdurchlässigkeit und Wasserdampfzahl des Obermaterials
  • Abriebfestigkeit sowie Dicke der Laufsohle

Kategorie von Sicherheitsschuhen

Sicherheitsschuhe werden je nach Material in zwei Gruppen unterteilt.
Gruppe 1: Sicherheitsschuhe, die aus Leder oder Stoff bestehen
Gruppe 2: vollständig geformte Sicherheitsschuhe, die komplett aus Gummi- oder Kunststoff bestehen. Letzte Sicherheitsschuhe werden in der Praxis häufig als Sicherheitsstiefel gezeichnet.

Schutzklassen

Sicherheitsschuhe sowie Sicherheitsstiefel sind nach bestandener Prüfung gemäß EN 20345 in verschiedene Schutzklassen (SB-S5) unterteilt:

SB - Grundanforderungen

Die niedrigste Sicherheitsstufe von Sicherheitsschuhen. Die Zehen sind durch eine Sicherheitsschutzkappe aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff geschützt. Diese bietet einen Schutz bis zu einer Krafteinwirkung von 200 Joule, so dass keine Klemm-, Quetsch- oder Stoßverletzungen jeglicher Art entstehen können. Darüberhinaus sind die Sicherheitsschuhe mit einer rutschhemmenden Laufsohle ausgestattet. Die Rutschbeständigkeit ist in die Klassen SRA, SRC oder SRC unterteilt. Nur bei dieser Schutzklasse kann der Sicherheitsschuh einen offenen Fersenbereich besitzen und eignet sich so als Sandale. Durch diese Gestaltung erhöht sich auch die Atmungsaktivität des Schuhs(Gruppe 1).

S1 - Zusatzanforderungen (A+FO+E)

Alle Sicherheitsschuhe dieser Schutzklasse erfüllen die Mindestanforderungen der Schutzklasse SB. Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1 bieten dem Träger einen festen und gedämpften Stand, dank einem geschlossenen Fersenbereich sowie dem Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich. Zusätzlichen Schutz gewähren S1 Sicherheitsschuhe durch ihre antistatischen Eigenschaften sowie einer öl- und benzinbeständigen Laufsohle. (Gruppe 1)

S1P - Zusatzanforderungen (A+FO+E+P)

S1P Sicherheitsschuhe kommen immer dann zum Einsatz, wenn neben den Anforderungen der Schutzklasse SB und S1 auch eine durchtrittsichere Sohle benötigt werden. Die durchtrittsichere Sohle aus Stahl oder keramisch behandelten Textilfasern schützt den Träger vor Tritten in scharfe oder spitze Gegenstände. (Gruppe 1)

S2 - wie S1, zusätzlich bedingte Wasserdichtigkeit (A+FO+E+WRU)

S2 Sicherheitsschuhe erfüllen die Anforderungen der Schutzklasse SB und S1 und bieten darüber hinaus den Schutz vor nassen Füßen. Die Beständigkeit von Wasserdurchtritt wurde geprüft und zertifiziert. S2 Sicherheitsschuhe bieten dem Träger mindestens 60 Minuten einen trockenen Fuß. (Gruppe 1)

S3 - wie S2, zusätzlich durchtrittsicher (A+FO+E+WRU+P)

Neben den Anforderung der Schutzklasse S2, bieten Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 Schutz vor spitzen oder scharfen Gegenständen, die sich durch die Laufsohle bohren könnten. Ein sicherer Tritt wird durch eine durchtrittsichere Laufsohle aus Stahl oder behandelter Textilfaser gewährt. Zusätzliche Sicherheit vor rutschigen Unterböden bietet eine profilierte Laufsohle. (Gruppe 1)

S4 - wie S2, aber als wasserdichter Stiefel

Hierbei handelt es sich immer um geschlossene und komplett wasserdichte Stiefel. Mit Sicherheitsstiefeln der Schutzklasse S4 ist der Träger auch bei langen Arbeitstagen hundertprozentig vor Wasser geschützt. Kein Wasserdurchtritt dank wasserundurchlässigem Material aus Gummi- oder Kunststoff. Besten Schutz vor Stößen oder herabfallenden Gegenständen bietet die Zehenschutzkappe aus Stahl, Aluminium oder Kunstsoff. Optimale Dämpfung bietet das Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich. Zusätzlich überzeugen S4 Sicherheitsstiefel durch ihre antistatischen Eigenschaften und eine kraftstoffbeständige, rutschhemmende Laufsohle. (Gruppe 2)

S5 - wie S4, zusätzlich durchtrittsicher

Dieses ist die höchste Sicherheitsstufe von Sicherheitsschuhen aus Gummi- oder Kunststoff. S5 Sicherheitsstiefel bieten den besten Rundum-Schutz. Neben den Anforderungen von Sicherheitsschuhen der Schutzklasse S4 bieten diese Schuhe auch einen Durchtrittschutz. Dank einer durchtrittsicheren Sohle aus Stahl oder behandeltem Textilgewebe ist der Träger stets vor Tritten in spitze oder scharfe Gegenstände geschützt. Eine profilierte Sohle bietet dem Träger noch mal Standfestigkeit. (Gruppe 2)

Kennzeichnungen und Eigenschaften von Sicherheitsschuhen:

A

Antistatische Schuhe (keine elektrostatische Aufladung mehr); Durchgangswiderstand des Schuhs gemäß DIN EN 61340-4-3 ≥ 105 Ohm und < 108 Ohm

E

Energieaufnahme im Fersenbereich (entlastet Gelenke, vermeidet Unfälle). Hier wird ein spezielles Dämpfungssystem in dem Fersenbereich des Schuhs eingearbeitet

FO

Kraftstoffbeständigkeit (gegen Benzin und Öl)

P

Durchtrittsicherheit (schützt vor spitzen oder scharfen Gegenständen). Hier wird eine Zwischensohle eingearbeitet, die aus undurchdringbarem Gewebe besteht.

WRU

Beständigkeit des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme (keine nassen Füße)

Zusatzanforderungen von Sicherheitsschuhen:

Neben den Schutzklassen, können Sicherheitsschuhe optional auf folgende Zusatzanforderungen geprüft und zertifiziert werden:

AN

Knöchelschutz (optimale Passform, ohne Verrutschen, verhindert das Umknicken)

CI

Kälteisolierung des Sohlenkomplexes, Temperaturabfall auf der Brandsohle nach 30 Minuten ≥ 10° C

CR

Schnittfestigkeit (vermeidet Durchdringen scharfer Gegenstände)

ESD

Schutz vor elektrostatischer Entladung, erfüllt die erhöhten Anforderungen nach DIN EN 61340-4-3, ableitfähig

HI

Wärmeisolierung des Sohlenkomplexes

HRO

Hitzebeständigkeit bei Kontaktwärme bis 300° C, Temperaturanstieg auf der Brandsohle nach 30 Minuten ≥ 22° C

Rutschbeständigkeit der Laufsohle:

Die Rutschbeständigkeit der Laufsohle wird gemäß EN 13287 getestet und bewertet. Unterteilt wird das Ergebnis in SRA, SRB oder SRC. Die Rutschhemmung von Berufs- und Sicherheitsschuhe gilt als Mindestanforderung für die Prüfung nach EN 20345.

SRA (Testverfahren: Keramikfliese/Reinigungsmittel)
Rutschhemmung und Gleitsicherheit auf Böden aus Keramikfliesen mit Schmiermittel (Wasser + Reinigungsmittel)

SRB (Testverfahren: Stahlboden/Glycerin)
Rutschhemmung und Gleitsicherheit auf Stahlboden mit Schmiermittel (Glycerin)

SRC (Testverfahren: SRA und SRB bestanden)
Erfüllt die gleichzeitig die Anforderungen SRA und SRB (Rutschhemmung und Gleitsicherheit auf Böden aus Keramikfliesen mit Wasser + Reinigunsmittel und auf Stahlboden mit Glycerin

EN 20347 Berufsschuhe für den gewerblichen Gebrauch

Diese Norm definiert die Grundanforderungen sowie optionale Zusatzanforderungen an Berufsschuhen, für die kleine mechanischen Risiken durch Stoß- oder Druckeinwirkungen bestehen. Im Gegensatz zu Sicherheitsschuhen gemäß EN 20345 wird in der EN 20347 kein Schutz durch eine Zehenkappe gefordert. Alle Berufsschuhe besitzen als Grundanforderung eine rutschhemmende Laufsohle (nach SRA, SRB oder SRC) und bieten damit einen sicheren Stand.
Auch die EN 20347 teilt die jeweiligen Schuhe in unterschiedliche Schutzklassen ein:

OB

Die niedrigste Sicherheitsklasse von Berufsschuhen. OB Berufsschuhe mit einer rutschhemmenden Laufsohle ausgestattet. Die Rutschbeständigkeit ist in die Klassen SRA, SRC oder SRC unterteilt. Bei dieser Schutzklasse kann der Berufsschuh ein offenen Fersenbereich besitzen und hierdurch die Atmungsaktivität erhöhen.

O1

Berufsschuhe der Schutzklasse O1 bieten dem Träger einen stabilen und gedämpften Gang. Ausstattungsmerkmale wie das Energieaufnahmevermögen im geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften und eine öl- und benzinbeständige Sohle erweitern die Sicherheit der Berufsschuhe um die Grundforderung der rutschhemmenden Laufsohle.

O2

Neben den Anforderungen der Schutzklasse O1 erfüllen diese Berufsschuhe zusätzlich einen Schutz vor Wasser. Das wasserundurchlässige Material gewährt einen trockenen Fuß bei einer Mindestbeständigkeit von 60 Minuten.

Schnellübersicht - der Merkmale, die nach EN ISO 20345 und EN ISO 20347 erfüllt sein müssen


*1 mind. 60 min kein Wasserdurchtritt
*2 kein Wasserdurchtritt
*3 Rutschhemmung nach SRA, SRB oder SRC
Die Rutschbeständigkeit der Laufsohle wird gemäß EN 13287 getestet und bewertet. Unterteilt wird das Ergebnis in SRA, SRB oder SRC. Die Rutschhemmung von Berufs- und Sicherheitsschuhe gilt als Mindestanforderung für die Prüfung nach EN 20345.
SRA: Rutschhemmung auf Keramikfliesen mit Testflüssigkeit Reinigungsmittel
SRB: Rutschhemmung auf Stahlplatten mit Testflüssigkeit Glycerin
SRC (SRA+SRB): Rutschhemmung auf Keramikfliesen und Stahlplatten

EN 13688 Schutzkleidung - allgemeine Anforderungen

Neben den jeweiligen Schutznormen muss Schutzkleidung der EN ISO 13688 entsprechen. Diese Norm legt übergeordnete Anforderungen für die Zertifizierung von Schutzkleidung fest, wie beispielsweise:
  • Die ergonomisch korrekte Gestaltung der Schutzkleidung
  • Die Unschädlichkeit der Schutzkleidung
  • Kennzeichnung der Wasch- und Reinigungsbehandlung
  • Gebrauchsinformation des Herstellers
  • Größenbezeichnung
  • Negative Auswirkungen der Reinigung sollte geprüft werden
  • Maßänderungen, Stoffalterungen, Prüfung auf Farbechtheit

Die EN 13688 für allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung löst die vorherige EN 340 ab.

EN 1073-2 Schutzkleidung gegen partikuläre, radioaktive Kontamination

Die EN 1073 Teil 2 definiert die Anforderungen und Prüfverfahren für unbelüftete Schutzbekleidung gegen partikulare, radioaktive Kontamination. Nach dieser Norm geprüfte Schutzbekleidung schützt den Träger vor radioaktiver Kontamination durch feste Partikel. Schutzkleidung gemäß EN 1073-2 schützt nicht vor radioaktiver Strahlung oder Kontamination durch radioaktive Substanzen, die von Patienten bei diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen ausgelöst werden kann.

EN 1149 Schutzkleidung – Elektrostatische Eigenschaften

Die EN 1149 legt die Anforderungen und Prüfverfahren für elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung fest. In explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen darf sich die Schutzkleidung und der Träger nicht elektrostatisch aufladen. In diesen Arbeitsbereichen muss eine elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung in Kombination mit ableitfähigen Sicherheitsschuhen auf ableitfähigem, geerdetem Fußboden eingesetzt werden. Die Schutzbekleidung verringert die elektrostatische Aufladung des Trägers und somit auch die Entstehung von zündfähigen Entladungsfunken.

Um eine elektrostatische Aufladung zu vermeiden bzw. sofort wieder abzugeben, werden im Gewebe der Schutzbekleidung ableitfähige Fäden eingewoben.

Die Norm unterteilt sich in:

DIN EN 1149-1

Prüfverfahren für die Messung des Oberflächenwiderstandes in Ohm (je geringer der Widerstand des Materials, desto schneller können die Ladungen abfließen)

DIN EN 1149-2

Prüfverfahren für die Messung des elektrischen Widerstandes

DIN EN 1149-3

Prüfverfahren für die Messung des Ladungsabbaus. Messung des Abbaus elektrostatischer Ladung von der Oberfläche der Kleidungsmaterialen

DIN EN 1149-5

Anforderungen an Materialien und Konstruktionen von elektrostatisch leitender Schutzkleidung, die als Teil eines geerdeten Systems verwendet wird, um feuergefährliche Endladungen zu vermeiden. Das Material muss entweder nach EN 1149-1 oder nach EN 1149-3 zertifiziert sein.

EN 13034 Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien (begrenzt sprühdicht)

Die Norm EN 13034 spezifiziert die Mindestanforderungen an begrenzt sprühdichte Schutzanzüge des Typ 6 (Klassifizierung der Chemieschutzanzüge). Schutzbekleidung gemäß EN 13034 Typ 6 bieten in Arbeitsbereichen, in denen das Risiko einer chemischen Einwirkung als eher gering bewertet wird, eingeschränkten Schutz. Die Schutzbekleidung schütz vor leichten Spritzern und flüssigen Aerosolen (z.B. durch Sprays) von Chemikalien.

Die Schutzfunktion des Anzuges wird erzeugt durch eine spezielle Ausrüstung des Gewebes in Kombination mit der geforderten Verarbeitung, insbesondere der Nahtverarbeitung. Dabei wird hier insbesondere auf den Widerstand des Materials gegen das Durchdringen von Flüssigkeiten und Sprays geprüft (Spray-Test).

EN 14126 Schutzkleidung gegen Infektionserreger

Die EN 14126 legt die Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung gegen Infektionserreger fest. Geprüfte Schutzkleidung nach EN 14126 verhindert das Durchdringen von biologisch kontaminierten Flüssigkeiten (durch Bakterien). Sie schützt die Haut des Trägers vor einem möglichen Kontakt mit biologischen Stoffen und verhindert hierdurch eine mögliche Keimverbreitung.

Die Norm 14126 testet das Material der Schutzanzuge auf folgende Widerstandsfähigkeiten:
  • Penetrationstest mit künstlichem Blut (ISO/FDIS 11603)
  • Widerstand gegen Viren (ISO/FDIS 16604)
  • Widerstand gegen Bakterien (ISO/DIS 22610)
  • Widerstand gegen Bio-Aerosole (ISO/DIS 22611)
  • Widerstand gegen kontaminierten Staub (ISO/DIS 22612)

EN 14605 Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien

Die EN 14605 definiert die Mindestanforderungen an Chemikalienschutzkleidung mit flüssigkeitsdichten (Typ 3) oder sprühdichten (Typ 4) Verbindungen zwischen den Teilen der Kleidung. Klassifiziert wird in Ganzkörper- oder Teilkörperschutz von Chemikalienschutzkleidung. Für Schutzbekleidung, die nur einen bestimmten Teil des Körpers schützt, stellt die EN 14605 entsprechende Mindestanforderungen an die Nähte und das Material.

Chemikalienschutzkleidung wird nach folgenden Klassen unterteilt (die Teilung basiert grundsätzlich auf dem Anwendungsfall):

Typ 3

Typ 3
Chemikalienschutzanzüge mit flüssigkeitsdichten Verbindungen - Prüfverfahren: Jet-Test

Typ 4
Chemikalienschutzanzüge mit spraydichten Verbindungen - Prüfverfahren: Spray-Test

Typ 4

TYP PB [3]
Schutzkleidung für Teile des Körpers mit flüssigkeitsdichten Verbindungen

TYP PB [4]
Schutzkleidung für Teile des Körpers mit spraydichten Verbindungen



Prüfanforderungen an Schutzkleidung nach DIN EN 14605 sind:

Abriebfestigkeit
Biegerissfertigkeit
Biegerissfertigkeit bis -30°C
Weiterreißfestigkeit
Zugfestigkeit
Durchstichfestigkeit
Widerstand gegen die Permeation von Flüssigkeiten

EN 13982-1 Schutzkleidung gegen feste Partikel

Die EN 13982-1 legt die Mindestanforderungen an Chemikalienschutzkleidung zum Schutz vor festen Teilchen und Aerosole (Typ 5) fest. Dies umfasst teilchendichte Chemikalienschutzkleidung, die widerstandsfähige Eigenschaften gegen die Penetration schwebender fester Teilchen (Schwebstaub) aufweist.

Bei dieser Schutzbekleidung handelt es sich um Ganzkörperschutzbekleidung. Diese bedeckt den Rumpf, die Arme und Beine des Trägers.

EN 343 Schutzkleidung – Schutz gegen schlechtes Wetter

Die EN 343 spezifiziert die Anforderungen für Arbeitsschutzkleidung zum Schutz gegen schlechtes Wetter. Gemäß EN 343 zertifizierte Schutzkleidung schützt den Träger gegen Regen, Nebel und Wind bei Temperaturen von größer gleich - 5 °C.

Schutzkleidung nach EN 343 ist auf Ihre Funktion getestet, einer hohen Wassersäule standzuhalten und Feuchtigkeit vom Körper weg zuleiten. Es werden zwei Leistungsparameter getestet, die jeweils in drei Klassen eingeteilt werden. Die Klasse 3 gilt als höchste Stufe.

X= Wasserdurchgangswiderstand (Wasserdichtheit):
Dieser Wert gibt den Widerstand des Stoffes und der Nähte gegen die Penetration einer Wassersäule an.

Klasse 1: -
Klasse 2: > 800 mmH2O
Klasse 3: > 1300 mmH2O

In mmH2O wird die Höhe des Wasserdrucks während des Tests bezeichnet.
Y = Wasserdampfdurchgangswiderstand (Atmungsaktivität):
Dieser Wert gibt die Fähigkeit des Stoffes an, Wasserdampft durchzulassen. Je höher der Wert, desto höher ist die Fähigkeit Feuchtigkeit vom Körper weg zuleiten.

Klasse 1: Ret: > 150
Klasse 2: Ret: 20 - 149
Klasse 3: Ret: 1 - 19

EN 20471 Ehemals EN 471 Warnschutzbekleidung

Die EN 20471 spezifiziert die Mindestanforderung an Warnschutzbekleidung. Schutzbekleidung nach dieser Normvorgabe soll sicherstellen, dass der Träger bei allen Lichtverhältnissen am Tag sowie beim Anstrahlen von Licht in der Dunkelheit visuell wahrgenommen wird. Warnschutzbekleidung, die nach EN 20471 zertifiziert wurde, unterstützt somit die Sichtbarkeit in gefährlichen Situationen. Warnschutzbekleidung besteht größtenteils aus einem fluorierendem Grundmaterial, das durch ein reflektierendes Material ergänzt wird. Die Norm definiert hierbei die Anforderungen an die Materialen sowie deren Anordnung und Mindestflächen.

Die Norm 20471 ist in drei Klassen unterteilt. Die jeweiligen Klassen werden durch die Mindestfläche (Angabe in Quadratmeter) an Grundmaterial und reflektierendem Material bestimmt. Je höher die Klasse, desto höher die Sichtbarkeit:

Klasse Hintergrund Material [m2] Reflektierendes Material [m2]
1 0,14 0,10
2 0,50 0,13
3 0,80 0,20
X - Die Ziffer neben dem Warnwesten-Piktogramm zeigt die Klasse der Schutzkleidung entsprechend der Tabelle an. (max. Klasse 3)

Die EN 20471 ersetzt die ältere Norm EN 471. Um eine noch höhere Sichtbarkeit des Träger zu gewähren, wurde die ehemalige EN 471 durch eine neue Designvorschrift des reflektierenden Materials ergänzt. Um eine höhere Rundumsichtbarkeit gewähren zu können, muss das reflektierende Material rund um den Torso und die Arme angebracht werden. Zusätzlich werden vertikal laufende Reflektorstreifen gefordert.

Hinweis:
Die Wahl und Anwendung von Warnschutzbekleidung ist abhängig von der Beurteilung der Risiken sowie den jeweiligen Verhältnisse am Arbeitsplatz.

EN ISO 11611 Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren

Klasse 1/2
A1 / A2

Schutzkleidung, die die Anforderungen der EN 11611 erfüllt, schützt den Träger beim Schweißen und dazu verwandten Verfahren. Dem Träger wird ein Schutz vor kleinen Metallspritzern, kurzzeitigem Kontakt mit Flammen, strahlender Hitze von Lichtbögen sowie begrenzten elektrischen Ladungen geboten. Die Schutzfunktion der Bekleidung wird durch ein schwer- oder nicht entflammbares Gewebe in Kombination mit bestimmten Verarbeitungsmerkmalen erzeugt. Die Verarbeitungsmerkmale wie z.B. Ausführung der Taschen, der Jacken- und Hosenlänge sowie der Nähte sind in der EN 11611 definiert. Für die Einstufung als Schweißerschutzbekleidung wird die Bekleidung auf folgende Prüfparameter getestet:

  • Brennverhalten der Bekleidung nach EN ISO 15025:2000 (ehemals EN 532)
  • Wärmedurchgang nach EN ISO 6942:2002
  • Auswirkung von Spritzern aus geschmolzenem Metall nach EN ISO 9150
Schweißerschutzbekleidung wird in zwei Klassen unterteilt:

Klasse 1 (niedrigere Klasse):

Schützt bei weniger riskanten Schweißarbeiten und Situationen mit wenigen Spritzern und geringer Strahlungshitze. Leistungsanforderung: Beständigkeit gegen mind. 15 Metalltropfen. Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 7 Sekunden

Klasse 2 (höhere Klasse):

Schützt bei Schweißarbeiten in engen Räumen und bei Arbeiten in Zwangshaltungen.
Leistungsanforderung: Beständigkeit gegen mind. 25 Metalltropfen.
Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 16 Sekunden

Kennzeichnung der Schweißerschutzbekleidung:
Neben dem Schweißer Piktogramm sowie der Schutzklasse (1 oder 2) wird die Prüfung auf die begrenzte Flammausbreitung angegeben. Die Prüfung zur Flammausbreitung kann durch zwei verschiedene Verfahren testet werden. Möglich ist auch die Prüfung beider Verfahren (A1+A2).

Verfahren A – Oberflächenbeflammung:

Die Flamme wird mittig an der entnommenen Probe angesetzt.

Verfahren B – Kantenbeflammung:

Die Flamme wird am unteren Rand der entnommenen Probe angesetzt.

EN ISO 11612 Ehemals EN 531 Schutzkleidung – Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen

Schutzkleidung, die die Anforderungen der EN 11611 erfüllt, schützt den Träger beim Schweißen und dazu verwandten Verfahren. Dem Träger wird ein Schutz vor kleinen Metallspritzern, kurzzeitigem Kontakt mit Flammen, strahlender Hitze von Lichtbögen sowie begrenzten elektrischen Ladungen geboten. Die Schutzfunktion der Bekleidung wird durch ein schwer- oder nicht entflammbares Gewebe in Kombination mit bestimmten Verarbeitungsmerkmalen erzeugt. Die Verarbeitungsmerkmale wie z.B. Ausführung der Taschen, der Jacken- und Hosenlänge sowie der Nähte sind in der EN 11611 definiert. Für die Einstufung als Schweißerschutzbekleidung wird die Bekleidung auf folgende Prüfparameter getestet:

Code-Buchstaben Leistungsanforderung Prüfung nach Stufen Bezeichnung
A begrenzte Flammenausbreitung EN ISO 15025:2002 2 A1 (Oberflächenbeflammung), A2 (Kantenbeflammung)
B Konvektionswärme EN ISO 9151:1995 4 B0( < 4 Sek.), B1 (4-10 Sek.), B2 (10-20 Sek.), B3 (mind. 20 Sek.)
C Wärmestrahlung 20 KW/m EN ISO 6942:2002 5 C0 (< 7 Sek.), C1 (7-20 Sek.), C2 (20-50 Sek.), C3 (50-95 Sek.), C4 (mind. 95 Sek.)
D flüssige Aluminiumspritzer EN ISO 9185:2007 4 D0 (<100 g), D1 (100-200 g), D2 (200-350 g), D3( mind. 350 g)
E flüssige Eisenspritzer EN ISO 9185:2007 4 E0 (<60 g), E1 (60-120 g), E2 (120-200 g), E3 (mind. 200 g)
F Kontakthitze 250°C EN ISO 12127 4 F0 (<5 Sek.), F1 (5-10 Sek.), F2 (10-15 Sek.), F3 (mind. 15 Sek.)

EN ISO 14116 Schutz gegen Hitze und Flammen

Zertifizierte Schutzkleidung nach EN 14116 dient dazu, dem Träger der Kleidung bei vereinzeltem und kurzen Kontakt mit kleinen Flammen zu schützen. Im Falle des Kontakts wird von keiner wesentlichen Gefahr durch Hitze oder sonstigen Hitzequellen ausgegangen. Zum Schutz gegen Gefahren durch Hitze wird Schutzbekleidung gemäß EN 11612 empfohlen.

Schutzkleidung gemäß EN 14116 kann aus mehreren ein- oder mehrschichtigen Kleidungsstücken oder einem einzelnen Kleidungsstück bestehen. Alle Materialkombinationen müssen bei einer Prüfung nach ISO 15025 einen Index für begrenzte Flammausbreitung von 1, 2 oder 3 erzielen. Der Index gibt Auskunft darüber, welche Art des Brennverhaltens durch das Bekleidungsmaterial verringert wird.

Index für begrenzte Flammenausbreitung

Die Gewebeprobe wird dabei einer Flamme 10 Minuten lang ausgesetzt. Dabei ergeben sich folgende Abstufungen:

  • Index 1 (Flammenausbreitung, brennende Rückstände und nachglühende Eigenschaften, eine Lochbildung des Materials ist erlaubt)
  • Index 2 (wie Index 1 zuzüglich lochbildender Eigenschaften, wobei das Material erlöschen muss, bevor es den Probenrand erreicht hat)
  • Index 3 (wie Index 2 zuzüglich nachbrennender Eigenschaften, wobei diese Dauer höchstens 2 Sekunden dauern darf und es nicht zu einer Loch- und Schmelztröpchfenbildung kommen darf)

Bei Index 1 (geringster Schutz) kann die Schutzkleidung nur über einem Kleidungsstück mit dem Index 2 oder 3 getragen werden. Kleidung gemäß Index 1 darf nicht in Kontakt mit der Haut getragen werden, beispielsweise am Nacken oder Handgelenk.

EN 385 Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen

Für Arbeiten mit Kettensägen sind aufgrund der hohen Gefahr besondere Anforderungen an die Schutzbekleidung zu stellen. Diese Anforderungen werden in den verschiedenen Teilen der EN 385 definiert.

Teil 5: Legt die Anforderung des Beinschutzes fest. Die Anforderungen des Beinschutzes werden in drei verschiedene Ausführungen (Form A, B und C) unterteilt, diese unterscheiden sich in der Größe des Schutzbereiches. Für professionelle Anwender eignen sich die Formen A und B, deren Schutz primär auf der Frontseite beschränkt ist. Für weniger geübte Personen im Umgang mit Kettensägen empfiehlt sich die Form C, die einen Rundumschutz bietet. Die Schnittschutzklasse sollte in Abhängigkeit der Kettengeschwindigkeit gewählt werden.
Teil 11: Regelt die Anforderungen an Oberkörperschutzmittel.

EN 61482-1-2 Schutzkleidung gegen thermische Gefahren eines Lichtbogens

Die EN 61482-1-2 definiert die Anforderungen an Schutzbekleidung gegen thermische Gefahren eines Lichtbogens. EN 61482-1-2 zertifizierte Schutzkleidung ist geeignet für Arbeiten im Niederspannungsbereich, dort wo thermische Gefahren durch Störlichtbögen auftreten können. Als Test wird ein gerichteter Prüflichtbogen in einem Niederspannungsstromkreis verwendet (Box-Test). Dieser simuliert die Risiken einer Unfallsituation, die bei Arbeiten unter Spannung an elektrischen Schaltanlagen gegeben sind. Diese Schutzbekleidung ist keine isolierende Schutzausrüstung nach EN 50286.

Klassifizierung:
Die Schutzkleidung wird in zwei Schutzklassen unterteilt. Die Lichtbogendauer beträgt für beide Prüfklassen 500 ms.
Klasse 1: Prüfstrom 4 kA / 0,5 s
Klasse 2: Prüfstrom 7 kA / 0,5 s

Parallel wird die Wärmedurchgangsenergie ermittelt. Der ermittelte Wert muss unterhalb der Stoll-Kurve liegen, um den Schutz gegen Verbrennungen zweiten Grades zu gewährleisten. Weitere Anforderungen:
  • Nachbrennzeit < 5 s
  • Kein Durchschmelzen zur Innenseite
  • Keine Lochbildung größer als 5 mm im Durchmesser in der innersten Schicht
  • Verwendung eines hitzebeständigen Nähgarns (bis 260 °C)

EN 510 Maschinenschutz

Festlegung für Schutzbekleidung für Bereiche, in denen ein Risiko des Verfangens in beweglichen Teilen besteht.

Schutzkleidung gemäß EN 510 minimiert das Risiko des Verfangens oder Einziehens von Textilien durch bewegliche Teile, wenn der Träger an oder in unmittelbarer Nähe von Maschinen oder Geräten mit gefährlichen Bewegungen arbeitet.

Um die Schutzfunktion gewährleisten zu können, weißt diese Schutzkleidung besondere Merkmale auf:
  • keine von außen zugänglichen Taschen,
  • keine genähten Falten,
  • verdeckt angebrachte Verschlüsse,
  • Allgemein eng anliegend.

EN 342 Schutzkleidung - Kleidungssysteme und Kleidungsstücke zum Schutz gegen Kälte

Zertifizierte Schutzkleidung gemäß EN 342 schützt den Träger in kalten Umgebungsbereichen. Eine kalte Umgebung kann als eine Kombination aus Feuchtigkeit und Wind bei Lufttemperaturen von weniger als -5°C angesehen werden. Die Wärmeisolation der Schutzkleidung ist hierbei eine wichtige Eigenschaft. Wind und körperliche Tätigkeiten können die Wärmeisolation merklich verändern. Schweißbildung bei längerem Aufenthalt in der Kälte sollte vermieden werden, da die Feuchtigkeitsaufnahme die Isolation beeinträchtigt.

Die Schutzkleidung gemäß EN 342 wird in bestimmte Schutzklassen unterteilt. Die erste Zahl der EN 342 gibt Ausschluss über die Luftdurchlässigkeit der Schutzkleidung an und wird in die Stufen 1-3 unterteilt. Stufe 3 ist die höchste Schutzstufe, und schützt somit den Träger dieser Schutzkleidung dieser Stufe am besten vor dem Eindringen von Kaltluft. Die zweite Zahl legt die Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Wasser in die Stufen 1-2 fest. Die Stufe 2 gilt als höchste Klasse, da die Kleidung Wasserdicht ist und schützt somit am besten vor dem Eindringen von Wasser.